Ein Osterereignis der ganz besonderen Art erleben 16 Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 11 sowie zwei Lehrerinnen des Oberrhein-Gymnasiums (OGW): Am Karfreitag, den 30. März brach die Gruppe in den frühen Morgenstunden vom Flughafen Basel auf in die Ferne, um ein neues Kapitel in den schon vielfältigen Austauschbeziehungen des Gymnasiums zu schreiben. Denn Ziel der Reise war Atlanta, die Hauptstadt des Bundesstaates Georgia, im Südosten der USA, wo zum ersten Mal ein Austausch des OGW mit einer amerikanischen Partnerschule stattfinden wird.

Hier geht es direkt zum ersten Zwischenbericht vom 6.4.2018

Der Kontakt für diesen ersten Austausch des OGW mit den USA entstand in den letzten Sommerferien und schnell war klar, dass das Interesse auf beiden Seiten groß ist. Die Partnerschule ist die Sandy Creek Highschool in Tyrone, einem Ort in der Nähe von Atlanta. Hier sind die deutschen Schülerinnen und Schüler bei Gastfamilien untergebracht und besuchen drei Wochen lang die Highschool und erkunden Georgia.

Der Schwerpunkt der Begegnung in den USA liegt auf der Geschichte der Südstaaten. Georgia war nicht nur Teil der Konföderierten Armee im amerikanischen Bürgerkrieg, in dem Nord- und Südstaaten um die Frage der Sklaverei fochten. Atlanta ist auch die Heimat von Martin Luther King, der großen Ikone der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre. Licht und Schatten liegen hier also sehr nah beieinander. Ziel soll es sein, zu beleuchten, wie man sich heute an die Vergangenheit erinnert: in Museen, in Form von Denkmälern im Stadtbild, aber auch im Unterricht.

Doch nicht nur Vergangenes soll erkundet werden. Aktuelle Konflikte in den USA entzünden sich momentan an der Frage, wie man sich erinnern soll. Diese Fragestellung teilt die Nation: Sollten Denkmäler, die bspw. konföderierte Generäle darstellen, aus dem Stadtbild entfernt werden? Die Befürworter des Abrisses sehen in den Denkmälern eine Verherrlichung von Persönlichkeiten, die für ein historisches Unrecht, die Sklaverei, kämpften. Gegner sagen jedoch, dass dies Teil der amerikanischen Geschichte sei, den man nicht auslöschen könne.

Neben den politischen Beobachtungen stehen aber vor allem die jungen Menschen im Mittelpunkt. „Diese Erfahrung wird für viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein wichtiger Schritt in Sachen Unabhängigkeit sein“, sagt Anne Lindenberg, eine der Koordinatorinnen der Begegnung. „Ein Schüleraustausch ist ein unvergessliches, prägendes Erlebnis, das einem für immer bleibt. Die Kontakte, die man hier schließt, bleiben oft ein Leben lang erhalten.“ Gerade heute, so die Lehrerin, sei es wichtig, Kontakte und Freundschaften über Kontinente hinweg zu pflegen, denn nur durch Vernetzung und Austausch könnten Brücken gebaut werden. „Und Brücken sind dazu da, Gräben zu überwinden. Durch Austausch rückt die Welt ein bisschen näher zusammen. Sich auf andere Menschen, Kulturen und Sichtweisen einzulassen, lehrt uns Toleranz und lässt uns die Vielfalt in dieser Welt erfahren und wertschätzen.“

Der Gegenbesuch der amerikanischen Schüler in Deutschland erfolgt nach den Pfingstferien, wobei sie einen großen Teil ihrer Sommerferien opfern, was zeigt, wie wichtig ihnen dieser Austausch ist. Die Schülerinnen und Schüler lernen an ihrer Schule fast alle Deutsch. Für viele von ihnen ist es die erste Reise nach Europa und auch sie sind sehr gespannt, was sie hier erwartet.

Unterstützt wird dieser Austausch durch das Programm GAPP (German American Partnership Programme) der Kultusministerkonferenz und des Auswärtigen Amtes.

Hier der erste Zwischenbericht aus Amerika vom 6.4.2018:

Nach ca. 24 Stunden waren wir am Freitag endlich da: Atlanta. Nachdem wir die Grenzkontrolle alle erfolgreich gemeistert hatten, erwarteten uns die Familien bereits mit Spruchbändern und Plakaten in der Ankunftshalle. Die Herzlichkeit, mit der uns schon in den ersten Minuten begegnet wurde, machte uns allen den Start sehr einfach. Nach der ersten Nacht, in der die meisten von uns leider nach deutscher Zeit aufwachten, war erst einmal Zeit in den Familien angesagt. Am Abend trafen wir dann alle wieder zum „Pot Luck Dinner". Alle Familien brachten Essen und Getränke mit. Obwohl die Tische sich unter der Last der Speisen bogen, wurde noch Pizza bestellt, da man der Meinung war, es gäbe nicht genug zu Essen. Seitdem wir hier sind, gab es nicht einen Moment, in dem wir nicht satt gewesen wären... 
 
Am Montag ging es dann los auf einen dreitägigen Trip an die Küste Georgias. Wir waren in einem Forschungszentrum der University of Georgia untergebracht, das sich mit der Fauna der Küstengebiete beschäftigt. Auch wir haben viel gelernt und im Labor geforscht. Skidaway Island ist ein Paradies und wir genossen tropische Temperaturen und die fantastische Landschaft. Einziger Minuspunkt: Gnats (winzige Mücken), die uns in Scharen anfielen und den ein oder anderen übel zurichteten... 
 
Am Dienstag ging es an den Strand, wo wir gleich zwei Babyschildkröten fanden, die dann ins Forschungszentrum mitgenommen wurden. Die Freizeit verbrachten wir mit Volleyball und ersten Versuchen in Sachen Football. Der Trip hat die Gruppe bereits jetzt schon zusammengeschweißt. 
 
Am Mittwoch räumten wir die Dorms und fuhren nach Savannah, eine fantastische Stadt. Nachdem wir sie zu Fuß erkundet hatten, machten wir uns auf den Rückweg nach Fayette County: 6 Stunden im klassischen Amerikanischen Schulbus, der viel cooler aussieht als er bequem ist...
 
Die restlichen Tage der Osterferien verbringen alle zusammen mit ihrer Familie. Einige verreisen, andere bleiben eher in der Gegend, aber es wird viel geboten... Am Montag sehen wir uns dann alle zum ersten Schultag wieder und sind sehr gespannt auf den Beginn unserer ersten Highschool Erfahrung.
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